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Agrotourismus
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| Urlaub
auf einer Finca |
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Landurlaub
auf Mallorca ist im Trend
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| Auf den Balearen
gibt es inzwischen weit über 100 Betriebe, die als "Agrotourismus-Finca"
oder "Hotel Rural" Gäste empfangen. 1990 wurde von einigen
Finca-Besitzern die "Associació Agroturisme Balear" (Vereinigung
zur Förderung des Tourismus auf dem Land) gegründet. Auch die
Balearen-Regierung fördert den Erhalt ehrwürdiger alter Häuser
und den Ausbau für den Fremdenverkehr in Form von Zuschüssen,
insbesondere für den Wiederaufbau unverfugter Mauern und Solaranlagen. |
| Für eine
Agrotourismus-Lizenz benötigt man mindestens 25.000 qm Land und ein
Gebäude, das vor 1960 gebaut worden ist. Das Haus darf nur renoviert
werden, es dürfen keine Neubauten dort errichtet werden. Vermietet
wird an höchstens 24 Personen und die Fincas müssen weiterhin
landwirtschaftlich bewirtschaftet werden. Die Apartments für zwei oder
mehr Personen werden einzeln vermietet, die Fincas eignen sich aber auch
gut für Gruppen. In der Regel wird den Gästen das Obst und Gemüse
aus dem Garten angeboten. Das Highlight des Urlaubes ist der mallorquinische
Abend: Jedes Wochenende bereitet die Familie Soler ihren Gästen ein
typisch mallorquinisches Abendessen. An diesem Abend sollen Sie nicht nur
gut essen, sondern das echte Mallorca und die Mallorquiner kennen lernen.
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Onofre
und seine Frau Catalina sowie sein Bruder Pere und dessen Frau María
sowie die (Groß-)eltern verwöhnten uns mit mallorquinischen Spezialitäten:
Zum Frühstück Café con leche, pa amb oli, selbstgemachte
Sobrasada und Marmelade aus Engelshaar und nicht zuletzt eine Ensaimada.
Als deftiges Mittagessen in der "Fotopause" bekamen wir Arroz
brut und zum Nachtisch frisch geerntete Apfelsinen, so süße gibt
es in Deutschland nicht. Abends genossen wir dann als Vorspeise Sopes mallorquines
und danach ein Frito mallorquin, zum Nachtisch eine diesmal gefüllte
Ensaimada und einen café solo. Danach bot man uns einen Hierbas an,
den selbstgemachten Kräuterlikör. Als wir die Likörgläser
ablehnten und uns den Herbas in die leeren Kaffeetassen einschenken ließen,
strahlten alle um uns herum: Es ist Sitte, mit dem Hierbas die Kaffeetasse
zu "putzen". |
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"Pa amb oli", Brot mit Olivenöl, ist eine mallorquinische
Spezialität. Das salzlose Brot wird mit Olivenöl beträufelt
und darüber Tomatenscheiben, luftgetrockneter Schinken und Käse,
ein paar Oliven und Gurken. Zu einem Glas Wein fast schon eine Mahlzeit.
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| Die Finca
Ses Cases Noves bei Sant Llorenc im Osten Mallorcas ist einer der neusten
Agrotourismus-Betriebe. Ab März 2004 wird der grundlegend restaurierte
Gutshof an bis zu 24 Feriengäste vermietet. In mehrjähriger Eigenarbeit
wurde das alte Haus umgewandelt in eine Residenz für Urlauber mit gehobenem
Anspruch. Das altehrwürdige Erscheinungsbild des Gebäudes lässt
kaum vermuten, dass sich hinter den Kulissen der Finca High-Tech pur verbirgt,
u.a. mit DSL-Internetanschluss in jedem Apartment. |
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Pere,
der Besitzer der Finca, erzählt: "Die Geschichte des Hauses
lässt sich mindestens bis zum 17. oder 18. Jahrhundert zurückverfolgen.
Die älteste Karte, in der die Finca erwähnt wird, stammt von
1711. Eine weitere von 1780 hängt im Speisesaal aus. "Las casas"
, die Häuser, waren das Zentrum eines großen Besitztums, obwohl
früher schon Ländereien abgeteilt wurden in kleinere Fincas
bis nur noch ein paar Hektar Land übrig blieben. Im 20. Jahrhundert
dann begann der damalige Besitzer die Fincas in der Nachbarschaft dazuzukaufen
bis fast die heutige Größe erreicht wurde. Vor einigen Jahren
kauften meine Eltern noch 4000 qm dazu. Mein Großvater mütterlichenseits
(Pedro Rossello Mascaró, bekannt unter dem Namen Es Ros), kaufte
die Finca Mitte des 20. Jahrhunderts. Zu jener Zeit war der Preis für
Land niedrig und für die Früchte des Landes hoch und nach 2
oder 3 Jahren guter Arbeit konnte man eine Finca erwirtschaften. Heutzutage
reicht das, was man mit der Landwirtschaft verdienen kann, nicht einmal
aus, um in 50 Jahren eine Finca zu bezahlen. Als meine Großeltern
starben, ging die Finca auf meine Eltern über. Wie das oft mit den
großen alten Besitztümern so ist, es gab keine Geldmittel für
den Erhalt des Hauses. Deshalb gingen mein Bruder und ich das Wagnis ein,
das Gut in einen Agrotourismusbetrieb umzuwandeln um einerseits das elterliche
Erbe zu erhalten und andererseits um zu den weiterhin sinkenden Erträgen
aus der Landwirtschaft etwas dazuzuverdienen. Und da sind wir nun."
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| Pere
meint dazu: "Dies sind die Arbeiter, die den Brunnen bauen, mein
Großvater (welcher Ses Cases Noves kaufte), in der Mitte sitzend,
mit der dunklen Jacke." |
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| Toses
(mallorquin) nennt man das Scheren der Schafe bzw. das Entfernen der
Wolle von den Schafen. Traditionell versammeln sich alle Freunde und
Nachbarn an einem Tag und scheren zusammen alle Schafe eines Hofes.
Anderntags kommt ein anderer Nachbar dran. Diese Tradition gerät
langsam in Vergessenheit, viele scheren heute ihre Schafe an mehreren
Tagen allein. |

"Hier sieht man meinen Bruder Onofre bei der Schafschur,
und dann alle zusammen nach der Schur beim Mittagessen, was nicht
fehlen darf."
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Laut
Pere ist es im Agrotourismus üblich, für die Ferien - Apartments
die Namen zu verwenden, die den jeweiligen Bereichen der Finca entsprechend
der früheren Nutzung gegeben wurden, vor der Umwandlung zum Tourismusbetrieb.
So liegen die Apartments mit den Namen "Sótil", "Graner",
"Sostre", "Pis" immer im Obergeschoss, denn hier befanden
sich die Vorratslager für Heu, Getreide, Sämereien sowie die
Wohnung der Gutsbesitzer. Die Apartments "Vaquera", "Soll"
"Sestador", oder "Boal" liegen immer im Erdgeschoss,
es sind die Namen der ehemaligen Ställe der Kühe und Schweine,
des Pferches für die Schafe oder des Unterstandes der Maultiere.
An Stelle der Apartments "Forn" und "Formatgera" befanden
sich früher der Backofen (horno) oder die Käserei. Der Heuschober
lag immer direkt über dem Stall der Maultiere.
Sostre (mallorquin: Heuschober, Tenne): Hier oben wurde das Heu gelagert.
Der Eingang liegt direkt über dem Eingang von "Sa Boal",
was die Fütterung der Maultiere vereinfachte. Außerdem gab
es üblicherweise ein Loch im Boden direkt über "sa manjadora",
dem Heu-Trog für die Fütterung der Maultiere. Man zog das Heu
durch besagtes Loch im Boden von "Es Sostre", so dass es direkt
in den Trog fiel. In "Es Sostre" schliefen üblicherweise
auch die Arbeiter, die man zur Landarbeit auf der Finca verpflichtet hatte,
sie schliefen auf dem Heu. Die hölzerne Tür ohne Schloss hatte
zwei Löcher seitlich in den Zargen, so dass man diese durch einen
Querbalken verschließen konnte, um zu verhindern, dass jemand hereinkam.
Diese Löcher sind noch erhalten.
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Der 8 ha
große Landbesitz "Ses Cases Noves" liegt am Rand des
Naturparks Serra de Llevant, im Osten Mallorcas bei Sant Llorenc. Der
erstklassige Service, die gepflegte Anlage, die wunderschöne Umgebung
im angenehmen Klima Mallorcas und insbesondere die freundlich zurückhaltende,
immer um ihre Gäste bemühte Eignerfamilie lassen den Urlaub
zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Die Umgebung der Finca lädt
ein zu Wanderungen durch den Naturpark, von den umliegenden Erhebungen
blickt man auf die starke gegliederte Ostküste mit ihren zahlreichen
Buchten und bei gutem Wetter sogar bis zur Nachbarinsel Menorca. Manchmal
entdeckt man am Weg eine Schildkröte.
Details zur Finca finden Sie im Internet unter www.auf-nach-mallorca.info,
auch Bilder und einen Belegungsplan eines jeden Apartments. Darüber
hinaus erhalten Sie auch abends und am Wochenende telefonisch oder
per
Mail weitere Auskünfte
über einen individuellen Urlaub - weitab vom Massentourismus oder
dem sogenannten Ballermann. "Benvinguts a sa roqueta" sagt
der Mallorquiner oder "Willkommen auf dem kleinen Felsen".
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