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Mallorca-Tagebuch
Mo.,
27.12.99
Der Flieger (Hapag-Lloyd) ging 20 Minuten später als angekündigt, um
16.20 Uhr. Um 18.40 Uhr waren wir in Palma. Angenehme Außentemperaturen,
ca. 15°C. Nach einigem Warten brachte uns ein TUI-Bus nach Cala Rajada,
wofür er ca. 1 Stunde brauchte. Gegen 9 Uhr waren wir da - Hostal Gili,
direkt am Strand Son Moll. Mein Zimmer ist winzig, es liegt im 4. Stock.
Ich hab in der Bar noch einen Rotwein (ziemlich schlimm) und ein Bier
(ziemlich gut) getrunken. Nachts hat es tierisch gestürmt. Immer ist
das Badfenster aufgegangen.
Di.,
28.12.99
Am nächsten Morgen war es immer noch windig, aber es schien die Sonne.
Ich bekam einen grünen Polo von Hertz, und zuerst fuhr ich nach Arta
zum Tanken und zum Markt. Dort hab ich mir Wurst, Schinken und Apfelsinen
für Picknicks geholt, und im Supermarkt noch Cava, Rotwein, Weißwein,
Rosewein von der Insel und Sherry. Das Millennium kann mich alkoholmäßig
nicht mehr schrecken.
Dann
fuhr ich zurück ins Hotel und beschloss, zu Fuß den Ort zu erforschen.
Es gibt hier eine wunderbare Uferpromenade, die ich gewissenhaft bis
zum Ende durchgearbeitet habe. Dann wollte ich zum Leuchtturm. Unterwegs
ein nettes Picknick. Dann zu einem verfallenen Wachtturm und sofort
den Wanderweg mit den blauen Punkten ausprobiert. Leider nur mit den
normalen Tretern. Entsprechend taten mir hinterher die Füße weh. Zuletzt
im Ort noch eine Tageszeitung und ein Mallorca-Magazin gekauft. Dann
noch lange bei Kaffee und Kuchen im "Abendschein" an der Uferpromenade
gesessen und Zeitung gelesen. Koffer ausgepackt und Abendessen mit Martin
aus Osnabrück (Radler, Motorradfahrer und Kung-Fu-Sportler). Es gab
normalen gemischten Salat mit leckerer Salatsoße, das Fleisch weiß ich
nicht mehr. Aber der Rotwein war grausam. Und das mir, wo ich doch
wild entschlossen bin, hier alles toll zu finden. Es war ein traumhafter
Spaziergang heute.
Mi.
29.12.99 Palma-Tag
Nach dem Frühstück mit Spiegeleiern (ich fasse mein Glück nicht!) 1
1/2 Stunden über Manacor nach Palma. Dafür aber sofort bei der Plaza
Espana einen Parkplatz gefunden - wichtig für morgen, wenn ich Zug fahren
will. Mercato de Olivar - alles, nur keine (naja, wenige) Oliven. Geschäftsstraßen
und dann bei der Plaza Mayor Einstieg in den im Merian-Führer beschriebenen
Altstadtspaziergang. Die Kathedrale "La Seu" ist wunderbar. Warmer brauner
Stein, Schatten- und Lichteffekte durch starke äußere Strukturierung
und innen überraschend zierliche Säulen und Jugendstilfenster vom Feinsten
mit einer Farbigkeit, vielleicht noch blauer als Chartres. Bei den arabischen
Bädern, dem einzigen Überbleibsel aus arabischer Zeit, war ein Baum
im Garten vom Sturm entwurzelt worden. Eigenartige, schöne, stille
Stimmung dort. Kirche Santa Eulalia mit Glockenturm, mein Tapas-Restaurant
- aber nichts Aufregendes, mehr so Gulasch-Artiges statt Oliven, Schinken
und kleines Meeresgetier, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Zurück
zum Auto und ab nach Cala Mayor, wo es Juan Miros Werkstatt gibt. Tolles
modernes Gebäude mit interessanten Durchblicken, eine aktuelle Ausstellung
über den Überfluss mit Labyrinth und Flugzeuglärm und die Aufgabe der
Frauen (lauter Schwangeren-Ultraschallbilder) und auch Miros Landhaus.
Entlang
der Küste bis Palma Nova, aber da ist es schrecklich. Von der Straße
aus sieht man das Meer kaum, und vom Meer aus sieht man wohl nur Hochhäuser
und Touristenkram. Auf der Autobahn zurück nach Palma, wo ich am Passeig
Maritim eine Riesen-Einkaufs-Mall heimsuchen musste. Da ich zu Hause
meinen Badeanzug vergessen hatte, musste ich mir erst mal einen neuen
kaufen. Blau, von Etirel, ca. 38 DM. Ist das billig? Ich glaube schon.
Über
Inca, Sineu, Petra und Arta zurück. Genau pünktlich zum Abendessen.
Fisch und der leckere Salat, diesmal Weißwein, auch nicht viel besser.
Beim Quiz in der Bar hab ich auch nicht gewonnen.
Do.
30.12.99
Morgens
hieß es pünktlich zum Zug da sein. Lange Schlangen beim Ticketkauf.
Eine der beiden Eisenbahnen Mallorcas sollte es ein, natürlich die touristische,
nach Soller. Wunderbar nostalgische Fahrt mit einem liebenswerten Bummelzug,
dem "Roten Blitz" mit Fotohalt auf freier Strecke. In Soller weiter
mit der Straßenbahn, dem Orangen-Express, nach Port Soller. Ein halbkreisförmiger
Naturhafen, wunderschön. Einstieg in den Wanderweg 15 aus dem Dumont-Aktiv.
Traumhaft. Hier sieht man, wer diesen Wanderführer auch noch hat. Heute
waren es zwei andere Gruppen. Ein gepflasterter schmaler Karrenweg war
wohl der stärkste Eindruck. Die Gatter, die zu öffnen und zu schließen
waren. Die Steinpyramiden, die halfen, den Weg im Gelände zu finden.
Die beiden Katzen auf der Finca auf halbem Weg, die mehr Angst als Vaterlandsliebe
hatten und doch wohl tierisch hungrig auf meine salzigen Schinken und
Würste waren. Und zum Abschluss, wie beschrieben, frischgepresster O-Saft
mitten in den Plantagen, serviert von einer deutschen Omi, die sich
entschuldigte, dass sie noch einen Kuchen im Ofen hätte. Dann noch Botanischer
Garten und ein bisschen Soller von innen. Da der nächste Zug nach 14
Uhr erst um 18.39 Uhr fuhr, wusste ich, dass ich das Abendessen im Hotel
verpassen würde, also hab ich in Soller gegessen. Schinkenomelett,
Graubrot und eine wunderbare Aioli.
Die
Rückfahrt habe ich genossen, weil ich mal wieder mit einer Familie aus
Bergerac französisch quatschen konnte.
Um
21 Uhr war ich zurück im Hotel, habe geduscht, den Weißwein von gestern
abend vernichtet - auch ziemlich schrecklich, vor allem, wenn nicht
gekühlt.
Fr.,
31.12.99
Heute Morgen, das kann man so sagen, goss es in Strömen. Ich habe Zeitungen
gekauft und gelesen, weil ich nicht recht wusste, was ich machen sollte.
Geplant war die Nordostecke Mallorcas, Cap Formentor. Aber im Regen?
Nach
der Zeitung hatte ich die glorreiche Idee, die Höhlen Mallorcas abzuarbeiten.
Beginn mit den Coves d'Arta. Stolze 1000 Peseten Eintritt und eine etwas
lieblose Führung durch eine Höhle, die wirklich mit der Dechenhöhle
im Sauerland vergleichbar ist - nicht mehr und auch nicht weniger. Immerhin
spielten sie "Feuervogel" (vom Band) in der "Hölle". Die höchste Tropfsteinsäule
ist 22 Meter hoch, das höchste Gewölbe 45 Meter (wie die Kathedrale
in Palma).
Draußen
sah es im Norden viel schöner aus als im Süden, wo ich eigentlich hin
wollte. Also habe ich doch noch Plan A durchgezogen, über Arta nach
und Can Picafort (grässlich) und Alcudia (sieht hübsch aus, mit der
komplett erhaltenen Stadtmauer) zum Cap Formentor. Tolle Straße, einige
Miradores und ein kurzer Wanderweg (15 Minuten eine Strecke, 100 Meter
Höhenunterschied) vom Leuchtturm aus. Das Wetter war wunderbar, richtig
warm in der Sonne.
Sa.
1.1.2000
Am Silvesterabend gab es ein sogenanntes Gala-Menü mit Salat und Roquefortsauce,
Tintenfisch, Muscheln und Gambas, Lammbraten und Spanferkel, Eis mit
Marzipan. Bis auf das Fleisch habe ich alles gewissenhaft durchprobiert.
Man musste lange am Büffet anstehen. Den Wein brachten sie uns zum
Tisch. Aber ich muss sagen, selten mit so schrecklichem Wein in ein
neues Jahr gefeiert. Noch nicht mal der Sekt war ein Cava. Keiner der
Weine verriet, wo er her kam.
Gegen
10 Uhr war ich im Bett, weil ich mir die Fröhlichkeit, den Rauch und
die glücklichen Paare in der Bar nicht antun konnte. Ich habe mir den
Wecker auf 23.45 Uhr gestellt. Dann bin ich eingeschlafen und zum Millennium
wieder aufgestanden. Die Knallerei habe ich mir vom Flurfenster aus
angesehen, ich muss sagen, zu Hause hatten sie bestimmt mehr. Dafür
gab es Sterne ohne Ende, vor allem Orion.
Übrigens,
mein Computer funktioniert! Kein Y2k-GAU! Der Einzige, der Probleme
zu haben scheint, ist der Fotoapparat, dessen Datum auf gestern stehen
geblieben ist.
Heute
Morgen war strahlender Sonnenschein. So beschloss ich, das Programm
für heute zum Regenprogramm zu erklären und in Reserve zu halten. Es
war so schönes Wetter und ich so gut in Form, dass ich mir eine mittelschwere
Wanderung (Nr. 10, der Reitweg von Erzherzog Salvator) von 3 Stunden
in Valldemossa zutraute. Hin bin ich über Sta. Margalida und Sta. Maria
del Cami. Es war atemberaubend, im wahrsten Sinne, und wunderschön.
Meine erste Gipfelsäule und ein Aufstieg von 450 Meter. Wege immer sehr
steinig. Eine Eremitenhöhle mit Gästebuch - u.a. ein verzweifelter
Wolfgang im November - war auch dabei.
In
Valldemossa hatte die Kartause zu, ich hab einen O-Saft in einer Bar
getrunken. Dann bin ich die Uferstraße nach Soller und weiter gefahren.
An den Stauseen vorbei, die erschreckend leer waren, zurück über Inca,
Llubi, Sta. Margalida, Arta und Capdepera. Noch eine halbe Stunde in
der Sauna, zwei Bier und ein Abendessen mit Salat, Pommes, Mayonnaise
und einer Blutwurst mit Weihnachtsgewürzen - lecker!
So.
2.1.00
Mein vorgefertigter Plan löst sich immer mehr in seine Bestandteile
auf. Heute wollte ich Valldemossa mit Markt und bin auch treu und brav
Richtung Palma gefahren. Aber dann war kurz vor dem Flughafen ein großer
Unfall mit Stau, und da bin ich umgedreht, über Algaida, Llucmayor -
da waren doch wahrhaftig schon die drei Könige zu Pferd unterwegs -
runter zum Cap Blanc, das wird sich Ostern wirklich lohnen. Dann wollte
ich die Orte zwischen Arenal und Playa de Palma testen, aber es war
noch grässlicher, als ich es mir vorgestellt hatte. Hochhäuser, Ballermannkneipen
und 90% alte Leute. Nur weg da. Ab auf die Autobahn nach Palma, dann
auf die Cintura, den Verkehrsring, und in weniger als 30 Minuten in
der zauberhaften Landschaft der Westküste. Valldemossa hatte noch offen
für mich. Die Kartause, wo Chopin mit George Sand einen Winter verbracht
hat. Atmosphärisch ganz dicht mit schönen Zellen und Gärten. Ich habe
mir das Buch von George Sand "Ein Winter in Mallorca" und ein T-Shirt
mit Chopin-Noten gekauft - konnte nicht widerstehen! Im lokalen Museum
gabs was über Luis Salvator, den Erzherzog, der etliche Wälzer über
Mallorca geschrieben hat. Hatte wohl nix anderes zu tun...
Son
Marroig (der Landsitz vom Erzherzog) hatte sonntags wohl auch zu,
da bin ich nach Deia gefahren und habe die leichte, 2stündige Wanderung
zur Bucht von Deia gemacht. Ich habe mittlerweile aufgegeben, all die
netten Katzen am Wegesrand zu knipsen, aber gestreichelt habe ich sie
alle - die schwarze, gewichtige Madame, die dreifarbige, die mir lange
gefolgt ist, und den rotweißen in der Bucht, der einfach nur Hunger
hatte. Ich hab sogar die Füße ins Mittelmeer gehalten. Unerwartet warm.
Die Tabelle sagt 15°, so wie im April. Irgendwann bin ich nochmal ganz
drin. Hin und zurück über einen schönen, teilweise alten, Pflasterweg.
Dann weiter gefahren über Soller und den gleichnamigen Pass nach Palma
und über Manacor hierher zurück.
Leider
hatte die Sauna schon um 19 Uhr zu, aber dafür gab's schon früher Abendessen.
Besonders nett waren heute die Bratkartoffelscheiben mit Paprika und
Auberginen, die Geflügel-Frikadelle und das Eis. Teilweise schöne einheimische
Küche hier im Hotel.
Mo.
3.1.00
Über Sta. Margalida (nach 30 min.) und Llubi (nach 45 min.) und Inca
(nach 1 h) und Palma in den Süden gefahren, wo es mich erst über einen
Golfplatz nach Portals Vells verschlagen hat. Kleine, schöne Bucht,
aber ohne Infrastruktur. Dann über Sta Ponca (o.k.) nach Peguera (ziemlich
groß, aber auch noch o.k., nach Port d'Andratx und weiter über Andratx
nach Sant Elm. Dort Start zu einer traumschönen Wanderung zur Torre
de Cala Basset auf einem Küstenwanderweg, aber nach dem Turm wurde es
schwierig. Es ging immer bergab, und schließlich war ich an der Cala
Basset, unten in der Bucht, wo ich gar nicht hin wollte. Also wieder
aufwärts, bis ich bei den zwei Steinsäulen den Einstieg in den Dumont-Wanderweg
fand. Die Wege sind dort wirklich toll beschrieben. Es ging schon heftig
bergauf und bergab zum Kloster Sa Trapa. Und
unterwegs immer wieder unglaubliche Blicke auf den Turm, wo ich ja
nachgewiesener Maßen nun schon gewesen war. Beim Kloster ein sehr schöner Mirador und
dann der Anstieg zum Pass und der Abstieg über einen eher unspektakulären
Karrenweg, aber mit Mountainbikern - holla die Waldfee! - nach Sant
Elm zum Auto. 4 Stunden reine Gehzeit! Ich komme mir absolut heldenhaft
vor. Zurück über Magaluf, Palma, Inca, Llubi, Sta. Margalida und Arta.
Sauna und Abendessen, nix Besonderes.
Di.
4.1.00
Heute habe ich Saskia von meinem Tisch (16 Jahre, Bäckerlehrling) gefragt,
ob sie mitkommen wollte, sie wollte. Über Arta nach Alcudia, wo Markt
war. Viel Kleidung, Leder, Spielzeug, Olivenholz und billige Apfelsinen,
schöne Wurst (nicht billig!) und Oliven mit Knobi.
Über
Pollenca nach Sa Calobra. Die Straße war nicht breit, ein Krawattenknoten
und jede Menge Herzanfälle, wenn noch Reif auf der Straße war oder ein
Bus oder LKW entgegen kam. Die ganze Bucht war eine einzige Baustelle.
Am Rand des Torrent de Pareis bauten sie ein Mäuerchen mit Geländer,
und das Pflaster wurde erneuert. Das Hotel an der Bucht renovierte ebenfalls.
Ein Lärm und Staub, auch unten an der Bootsanlegestelle. Schade. Zurück
und weiter über Soller und Deia nach Son Marroig, dem Landgut von Luis
Salvator. Mit Museum, Garten mit Carrara-Marmorpavillon und Wanderweg
(Dumont Tour 9) runter
zur Halbinsel Sa Foradada mit Loch im Felsen, wo ich im Mittelmeer
gebadet habe!! Eine Anlegestelle für Erzherzogs Yacht "Nixe" an der
Playola, absolut zauberhaft. Eine Stunde geblieben, Picknick mit Knobi-Oliven
und eine Farbe im Wasser, unglaublich. Türkis-Grün mit etwas Blaugrau.
Toll. Auch der Rückweg einer Stunde bergauf war wunderbar mit immer
neuen Ausblicken nach oben und nach unten. Zurück über Valldemossa,
Santa Maria del Cami, Inca, Llubi, Sta. Margalida und Arta.
Zum
Abendessen nach der Sauna gab es endlich einen vernünftigen Rotwein
aus dem Penedes, Tempranillo von 1998, auch für 725 Ptas, genau wie
der schreckliche! Sonst noch Suppe, Salat, Zwiebel-Hackbraten, Lasagne,
Pommes mit Mayo und zum Nachtisch Creme Caramel mit ganzen Mandeln.
Mi.
5.1.00
Gut
geschlafen heute Nacht, aufgewacht um 8 Uhr, nicht wie gestern schon
um 6. Gegen 10 Uhr losgefahren über Inca, Palma nach Calvia und Andratx,
den letzen Rest der Küstenstraße, der mir noch fehlte, mit noch einigen
schönen Miradores (Ricardo Roca, ses Animas) nach Banyalbufar mit Terrassen-Landbau
und einem absolut unspektakulären, aber märchenhaften Wanderweg nach
Port d'es Canonges. Irgendwann nach der Felswand und nach der Riesen-Finca
mit vielen Schafen wechselte die Steinfarbe von beige nach rot. Keiner
der Führer hielt dies für erwähnenswert. Der
Ort Port d'es Canonges ist unauffällig, die Bucht mit Tang überfüllt
und mit vielen Fischerbooten belegt. Picknick auf den roten Felsen,
dann in weniger als einer Stunde zurück zum Parkplatz. Super einfacher
Weg, aber schön.
In
Santa Maria del Cami die Textilweberei aus dem ADAC-Heft gefunden,
nachdem ich einmal an ihr vorbeigelaufen war. Sehr schöne Stoff-Webmuster. Nachdem
ich 2 Meter gekauft hatte, fiel mir eine halbe Stunde später ein, was
ich damit machen könnte, nämlich die Sofakissen im Musikzimmer beziehen.
Dafür brauche ich dann nochmal 2 Meter. Demnächst.
Das
Abendessen war wieder nett. Linsensuppe, Salat, Erbsen, Hähnchen, Ravioli
und ein Penedes-Weißwein.
Do.
6.1.00
Heute war die Ostküste dran. Ich freute mich schon sehr auf die Entdeckung
schöner Buchten, besonders auf die Cala Mondrago. Ich wurde nicht enttäuscht.
Eine
gute Stunde in Richtung Süden, Santanyi und dann die erste Bucht, Cala
Santanyi. Ein großes Hotel und einige Apartmenthäuser und Bars zwischen
Felsen mit Sandstrand. Nicht schlecht. Dann Cala Figuera, wo ich beim
besten Willen keinen Strand ausmachen konnte, aber einen Hafen mit zugehöriger
Promenade gab es. Auch schön zwischen Felsen gelegen. Nun die schon
im ADAC-Mallorca angekündigte Suche hin zur Cala Mondrago und ihrer
Nachbarbucht, S'Amarador. Beide haben völlig verschiedene Zufahrtswege.
Das Naturschutzgebiet an sich heißt Mondrago, und die Cala Mondrago
ist über Font Dingenskirchen zu erreichen und die Cala Amarador eben
über diesen Namen. Gut, dass ich die Wanderschuhe mit hatte. Vom großen
Parkplatz aus direkt in den Wald und zu einer ersten winzigen Bucht
runter. Diese umrundet und dann die große Cala Amarador mit Riesen-Sandstrand
und sonst nix. Über einen Betonweg zur Cala Mondrago mit Hotel und super
ausgestattetem Picknickplatz (viele Bänke und Tische, Grillstellen und
Klos), belegt von sämtlichen spanischen Großfamilien. Drei
Wanderwege waren ausgeschildert, ich hab den zur nächsten Bucht Cala
Birgut genommen, und die war dann zwei Stunden lang mein Alleineigentum.
Unvorstellbar schön, märchenhaft. Schönes Picknick wie immer, dann eine
Stunde lang dort gesessen. Als ich dann gerade ins Wasser wollte, kam
eine deutsche Großfamilie. Ich bin dann noch ins Wasser gegangen und
dann zurück zum Auto. Anschließend habe ich noch einige andere Buchten
und Häfen kurz angeschaut: Portopetro - nix Besonderes; Cala d'Or -
viele Villen, sehr touristisch; Portocolom - riesige natürliche Bucht
mit unglaublich breiter Zufahrtsstraße; Cala Murada - dort wurde es
dunkel, hellgelbe Häuser im Abendschein und eigenartige Siedlungsstruktur
mit kreisförmigen Einbahnstraßen, deren eine ich auch prompt verkehrt
rum verlassen musste; Calas de Mallorca mit vielen Hotels und den zugehörigen
Zufahrten; Cala Romantica mit großem Sandstrand und einem großen, aber
geschlossenen Hotel sowie vielen Villen am Hang; Portocristo mit Hafen
an einer Brücke und auch sonst viel Hafengelände; Sa Coma mit Kiesstrand
und vielen großen Hotels; Cala Millor, bis zur drölften Reihe zugebaut;
Cala Bona nicht viel anders. Insgesamt weniger los im Winter als in
der Gegend von Platja de Palma. 90% aller Hotels und Geschäfte geschlossen.
Zum
Abendessen gab es Suppe, Salat, Pommes mit Mayo, Schweinefleisch, Blumenkohl,
Reis, Thunfisch-Empanadas und leckere Mandarinen.
Fr.
7.1.00
Diesen
Tag hatte ich zum Shopping-Tag erklärt und dafür auf die Wanderung auf
den Puig de Randa "verzichtet". Zuerst also nach Campanet mit netten
Gläsern. Dann nach Inca, Lederfabrik Munper mit vielem Zeug, was nicht
von Mallorca, teilweise nicht mal aus Spanien stammt. Etwas enttäuschend.
Aber bei Camper (Mallorcas Kult-Schuhmarke) super bordeauxfarbige Stiefel
für 11000 Ptas bekommen. In einer anderen Lederfabrik war es nicht viel
besser als in der ersten. Da gab ich es fürs erste auf, einen neuen
Rucksack zu suchen. Weiter nach Sta. Maria del Cami, wo ich noch zwei
weitere Meter Stoff für die Sofakissen holte. Über Algaida nach Llucmayor.
Jochen von meinem Tisch hatte mir von einer kleinen Gärtnerei erzählt,
wo es schwarzes Basilikum gäbe. Die habe ich nicht gefunden, dafür das
Restaurant El Moli d'en Gaspar, und dort habe ich wunderbar ländlich
gegessen. Paprikas im Holzofen gebacken und Lammspieß mit feinen Kräutern.
Mmmmhhh. Dazu ein netter Rose. Leider habe ich vergessen, Trinkgeld
zu geben. Das werde ich irgendwann einmal nachholen. Weiter über Campos
nach Vilafranca. Dort in der Nähe ist Els Calderers, ein altes Herrschaftshaus,
als Museum hergerichtet. Hier kann man sehen, wie Mallorca im 18. Jh.
ausgesehen hat. Dann habe ich noch zwei Zeitungen gekauft und bis zum
Abendessen gelesen. Es gab u.a. roten Bohnensalat, grüne Bohnen, Leber
und Fleischbällchen. Dazu endlich einen mallorquinischen Rotwein. Der
erinnerte sehr an kalifornischen, weil sie viel mit Eiche gemacht hatten.
Der Holzton überlagerte den sonst sicher etwas frischen Geschmack.
Sa.
8.1.00
Morgens habe ich den Polo zurückgegeben, und ich muss sagen, mit der
Kontrolle haben sie es nicht so, sie haben ihn noch nicht einmal angesehen.
Sie sehen das wohl ziemlich locker, dafür haben sie mir auch nix für
das Benzin zurückerstattet, das ich noch drin hatte. Gut, dass ich nicht
vorher vollgetankt hatte, wie es in meinen Unterlagen hieß. Aber da
widersprach sich auch einiges, fand ich. Jedenfalls ging alles ziemlich
gut, und ich zum Markt. Wollte auch in den Geschäften nochmal nach einem
Rucksack schauen. Einen fand ich, der hatte ein Handyfach und sah auch
sonst schön und praktisch aus, kostete auch "nur" 10000 Ptas. Es gab
ihn aber nur in braun. Schwarz hätte ich lieber gehabt.
Dann
bin ich also zur Cala Mesquida gewandert. Insgesamt drei Stunden ohne
den Abstecher zur Torre Jaume II, wie er im Dumont Aktiv beschrieben
ist. Dort hatten sie irrtümlicherweise ein Foto der Cala Agulla als
Cala Mesquida betitelt. Sonst hat mich dieser Führer aber überzeugt.
Es gibt noch einen, sogar hier zu kaufen, aber mit 2800 Ptas wohl viel
teurer als zu Hause: Kulinarischer Wanderführer. Sieht gut aus, den
bekomme ich dann zu Hause.
Die
Cala Mesquida war voller Dünen, und eine nette, aber Retorten-Siedlung
war dort und auch viel Schmutz. Insgesamt hatte mir die kleine Bucht
zwischen ihr und Cala Agulla, Ses Covasses, am besten gefallen, und
dort habe ich dann auch mein Picknick gemacht, in Gesellschaft eines
Kormorans und eines Tauchers mit Harpune! Dann bin ich zurück nach Cala
Rajada. Vielleicht hätte ich den Rucksack ja noch genommen, aber das
Geschäft hatte zu. Über die Uferpromenade bin ich zurück ins Hotel.
Jetzt wird der Koffer gepackt. Morgen geht es erst um 10 Uhr ab Hotel
statt super früh, das ist zwar erst mal angenehm, aber ich komme auch
halt erst abends zu Hause an.
Meine
Reiseliteratur war übrigens:
diverse Merian-Hefte
(gut zur Vorbereitung, aber nicht zum Mitnehmen)
ADAC-Reisemagazin (die besten Shopping-Strand-Picknick-Tipps)
Merian live (guter, kompakter Überblick - war immer dabei)
Dumont aktiv "Wandern auf Mallorca" (handlich, bestens beschriebene
Wanderungen mit detaillierten Kartenausschnitten und Höhenprofilen)
Allianz Freizeitkarte Mallorca zum Autofahren
und jetzt habe ich mir noch "Kulinarische Wanderungen auf Mallorca"
vom Steiger-Verlag gekauft. Werde ich wohl Ostern mit Dumont Aktiv verknüpfen.
Hasta
la vista, Birgit. |