Anzeige 

 


Fnca AnsichtNach insgesamt neun Mallorca-Aufenthalten in über 20 Jahren fragten wir uns, ob wir die wunderschöne Insel vielleicht einmal auf eine ganz andere Art und Weise kennen lernen könnten.

Gastbeitrag: BARBARA R.

 

 


Die Vorüberlegungen reiften zu einem ganz konkreten Plan heran. Diverse Vermittlung­agenturen wurden im Internet besucht und eine Auswahl an verfügbaren Fincas herausgesucht, die in unseren preislichen Rahmen passten. Dabei ergab sich auch die Möglichkeit, evtl. noch einmal innerhalb des Urlaubs die Unterkunft zu wechseln und damit den Beweglichkeitsradius auf der Insel deutlich zu erhöhen.

Blick auf Fornalutx

Unsere Wahl fiel für den ersten Teil unseres Urlaubs auf das schöne Örtchen Fornalutx, das im Nordwesten der Insel oberhalb von Soller liegt. Die zweite Hälfte wollten wir dann in der Nähe von Campos, im Süden der Insel verbringen.

Dann musste natürlich auch ein Mietwagen gebucht werden. Diesen haben wir über ein Mietwagenportal gebucht, wobei hier der Preisvergleich sehr viel Geld sparen kann. Auf Mallorca ist es bei der Mietwagenverleihern üblich, dass man das Auto mit vollem Tank übernimmt, dafür einen überhöhten Preis bezahlt und den Tank leer fahren kann. Bei einem 14-Tägigen Aufenthalt werden wir jedoch keine Probleme haben, der Tank unnötig gefüllt zurückgeben zu müssen.

Man muss auch an den Versicherungsschutz denken, denn je nach Vermietungsbedingungen sind z.B. Schäden an Reifen und Scheiben nicht mitversichert. Auch ist in manchen heimischen Verträgen die sog. „Mallorca-Police“ enthalten. Das alles kostet zwar ein wenig Zeit, lohnt sich aber, weil man es gut von zuhause aus recherchieren und vergleichen kann.
Die Flüge zu buchen, ebenfalls über das Internet, war gar kein Problem. Es muss nur daran gedacht werden, dass sehr späte Ankunftszeiten dazu führen, dass man seine Finca möglicherweise erst in der Dunkelheit erreicht und dass bei zu frühen Rückflugzeiten, die Mietwagen-Abgabe noch gar nicht möglich ist.


Unter Missachtung dieser vorgenannten Empfehlung landeten wir am Flughafen von Palma abends um ca. 19:30 Uhr.
Mit einem kurzen Shuttlebus-Transfer wurden wir mitsamt Koffern zum Mietwagenverleih gebracht. Wir übernahmen dort einen Ford Focus neuester Bauart mit ca. 26.000 km. Eigentlich hatten wir die Mietwagenklasse Fiesta gebucht – Glück gehabt?

Wir riefen unsere deutschsprachige Vermittlerin in Sóller an, die sich daraufhin ebenfalls auf den Weg machte zu einem vereinbarten Treffpunkt im Zielort. Nach ca. 45 Minuten trafen wir dort ein. Inzwischen war es dunkel. Auf die Vermittlerin mussten wir noch ein wenig warten, weil sie noch einen anderen Termin hatte. Wir genossen die Zeit auf einer Parkbank und schnupperten den köstlichen Duft, der aus zwei benachbarten Restaurants zu uns herüber waberte und den sternenklaren Himmel Mallorcas in den Bergen.
Die Vermittlerin fuhr vor uns her, die Straße zurück und eine kurze aber steile Anfahrt hinauf. Da lag sie im Dunkeln, das Tor und die Eingangstür beleuchtet: unsere Finca!
Ein sehr schönes Haus mit großer Terrasse. Die Schafe, die uns mit ihren Glöckchen begleiteten, sollten für die nächsten Tage unsere Nachbarn sein.
Das Haus hatte eine große Küche, zwei Bäder, zwei Schlafzimmer, einen Wohnraum, den wir aber nicht nutzten, weil wir die nächste Woche ausschließlich draußen auf der Terrasse sitzen werden!

Aussicht von der Terrasse

Der nächste Morgen gab einen gigantischen Ausblick in das Tal frei. Unter uns lag das Dorf Fornalutx. Unsere Finca befand sich – welch schöne Überraschung – mitten in einer Terrassenanlage mit Orangenbäumen. Wie durften sie sogar ernten. Freude kam auf, als wir in der gut ausgestatteten Küche noch eine elektrische Saftpresse entdeckten. Ab diesem Tag gab es jeden Abend frisch gepressten Saft mit dem Orangen-Eis aus Sóller.
Wir hatte über Nacht ganz viele neue Freunde gewonnen: Die heimischen Ameisen hatten unsere Arbeitsplatte in der Küche erkundet und zeigten uns an, wo noch ein Krümel Käse und ein par Spritzer Orangensaft zu finden waren. Außerdem haben sie die Tüte mit den Brötchen entdeckt und tummelten sich munter darin. Daraus kann man nur lernen, ALLES was nicht ganz dicht verpackt ist, entweder in den Kühlschrank zu legen oder in einer Reißverschlusstüte aufzubewahren. Die Ameisen-Kundschafter gingen jedenfalls in den nächsten Tagen leer aus.

Unsere Schafe kamen regelmäßig am Tor vorbei und wurden mit trockenem Brot erfreut. Eines Abends hatten wir sogar Besuch von zwei „Fabelwesen“. Ein ziemlich magerer Esel und sein Freund, ein Pony, hatten sich fast lautlos aus dem bewaldeten Hinterland heran­geschlichen und beobachteten uns beim Abendspaziergang.

Für den steilen engen Weg zu unserer Finca wäre der Fiesta wegen seiner Abmessungen etwas komfortabler als der Focus gewesen, aber wir haben mit ein wenig unterstützender Einweisung es immer geschafft, das Fahrzeug zu wenden und sicher hinauf und hinunter zu kommen. Dafür hatten wir einen exklusiven Parkplatz mit Talblick zwischen einem Oliven- und einem Affenbrotbaum. Unser Trost- und Zauberwort des Urlaubs hieß: „Karosserie-Versicherung“, die wir glücklicherweise nicht in Anspruch nehmen mussten.

Hafen von Sóller

In der ersten Woche haben wir den Ort Sóller, den Hafen von Sóller jeweils nach dem Abendessen angefahren um dort zu bummeln und die Stimmung zu genießen. Anschließend gab es das oben beschriebene Orangen-Eis und einen wirklich sensationellen Abendhimmel, den wir bei lauen Abendtemperaturen im Liegestuhl genießen konnten. Bald entbrannte ein Wettbewerb, wer die meisten Sternschnuppen gesehen hatte. Mitte bis Ende August ist eine sehr gute Zeit, um dort Sternschuppen zu entdecken.

Die Einkaufsmöglichkeiten auf der Insel sind vielfältig, die meisten Supermärkte haben sogar sonntags geöffnet. Es ergeben sich aber auch immer wieder Möglichkeiten, regionale Produkte in Markthallen auf örtlichen Wochenmärkten oder in kleinen Läden der Agrargenossenschaften zu erwerben. Dadurch konnten wir uns einfaches und schmackhaftes Essen ohne großen Zeitaufwand zubereiten.
Die im Haus fast in jedem Zimmer installierte Klimaanlage war leistungsstark wurde aber nicht unnötig eingesetzt.

Von unserer Finca haben wir Ausflüge zu folgenden Orten gemacht:
Deia, Sa Calobra, Valldemossa, La Granja

Fazit der ersten Woche:
Gelungener Aufenthalt in den Bergen mit toller Aussicht, Sternenhimmel, Orangeneis und Schäfchen. Herausforderung an den Fahrer, Pool hat etwas gefehlt, zumal die Strände im Norden rar sind.


Die Koffer sind schnell wieder gepackt und auf geht´s in den Süden, Richtung Campos.

Hier wartet ein wunderschöner Naturstrand (Es Trenc) auf uns und klares sauberes Wasser, das zum Baden einlädt. Der Parkplatz am Strand muss allerdings bezahlt werden (6 €). Es gibt mehrere Strandbars und auch Liegestühle. Für unseren Geschmack könnte der Anteil des freien Strandes ohne Bestuhlung größer sein. Auch diverse kleine und größere Yachten ankerten vor der Bucht.

Es Trenc

Wir fuhren auch noch andere kleine Buchten an, die wunderschön gelegen waren. Allerdings musste man hier noch einen kleinen Fußweg und etwas Kraxelei mit einkalkulieren. Wenn man einen Sitzplatz ergattert hatte, auf dem man dann noch einen Sonnenschirm aufstellen konnte, war man ein König. Trotzdem war die Mühe nicht vergebens, denn man wurde mit einem nahezu karibischen Badeerlebnis belohnt.

Finca mit Pool

Unsere Gastgeber wohnten ebenfalls auf der Finca, deren Apartment wir nun bezogen hatten. Es gab einen schön angelegten Gemeinschaftspool und diverse Vierbeiner (zwei Hunde und zwei Katzen), die uns zusätzlich unterhielten. Wir genossen das Bad in Pool am Morgen vor dem Frühstück und auch am Abend.

Von Campos aus haben wir abends Ausflüge nach Colonia Sant Jordi gemacht. Dabei waren der Hafenbereich und die daran angrenzenden Restaurants, kleinen Geschäfte und auch das Besucherzentrum sehr interessant. Hier machen auch viele Spanier Urlaub.

Am Rückreisetag mussten wir früh aufstehen, denn unser Flieger sollte um 9:15 Uhr starten. Der Mietwagenverleih hatte ab 7:00 Uhr geöffnet und wir standen zu diesem Zeitpunkt auch schon vor der Tür. Die Rückgabe erfolgte schnell und unproblematisch und der Shuttlebus brachte uns zum Flughafen.


Fazit nach zwei Wochen:
Nach zwei Wochen fühlen wir uns richtig gut erholt.
Das Hotel-Buffet und den Zimmerservice haben wir nicht eine Sekunde vermisst. Wir haben durch den Mietwagen die Insel Stück für Stück erkundet, waren dadurch flexibel und haben das Warenangebot der Supermärkte und kleineren Geschäfte kennengelernt.
Als guter Vorsatz für das nächste Mal bleibt wieder, endlich mal einen Spanisch-Kurs an der VHS zu belegen.


 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen