
Da hier in
den letzten Jahrhunderten nur wenig verändert wurde, hat
dieser Ort etwas besonders Reizvolles. Es gibt keine Souvenirläden,
keine Imbissstände und auch keine Führungen. Man begibt sich alleine
auf Entdeckungsreise, vorbei an alten zinnenbewehrte Mauern und
durch Gebäuderesten
aus längst vergangenen
Zeiten. Nur ein paar wilde Ziegen grasen zwischen den Ruinen.
Doch
vorsichtig, denn es fehlt hier jegliche touristische Infrastruktur,
d.h. es gibt weder Warnhinweise noch Absperrungen. Teilweise geht
es an den Rändern der Festung steil abwärts und ungesicherte
Bodenöffnungen
führen in verfallene Kellerräume. Kleine,
unternehmungslustige Kinder sollte man daher nicht unbeobachtet durch
die Gegend tollen lassen.

Die von den Arabern errichtete Festung wurde
von Jaime I., dem König
von Aragon, bei der Wiedereroberung der Balearen durch seine Truppen
1229 weitgehend zerstört und im 14. Jahrhundert als Schutz gegen
Piratenangriffe wieder aufgebaut und erweitert.
Man
hat von hier oben einen ausgezeichneten Blick über die Sierra de Levant
und zur Küste nach Portocolom. Bei guter
Sicht lassen sich sogar die Nachbarinseln Menorca und Ibiza ausmachen.

Auf
der Rückfahrt sollte man noch einen lohnenden Abstecher zum benachbarten
Kloster Sant
Salvador bei Felanitx unternehmen,
welches man vom Castell aus in der Ferne gut erkennen kann.
Die im Jahr 1358 in 500m
Höhe
errichtete Klosteranlage lockt nicht nur Touristen, sondern besonders
auch an Wochenenden viele Inselbewohner aus den Städten an, die
hierher ihren Sonntagsausflug mit der ganzen Familie verbringen. Sonntags
ist auch Markt in Felanitx,
und somit hat man einen ausgefüllten Ausflugstag.
Neuste Informationen:
"In Felanitx blieb die Besitzerfamilie Vidal jahrelang untätig, restaurierte die Anlage nicht und ließ die Tore für Besucher geschlossen. Nachdem der Inselrat im Frühjahr unter der früheren Mitte-Links-Regierung schließlich ein Enteignungsverfahren in Gang gesetzt hatte, begann die Familie überraschend mit Restaurierungsarbeiten. 400.000 Euro sollen in einer ersten Phase investiert werden, der öffentliche Zugang soll noch bis Ende des Jahres möglich sein.
Das private Engagement passt auch zur neuen politischen Linie des Inselrats. „Wir haben größten Respekt vor dem Privateigentum", so Kulturdezernentin Durán. „Wir wollen keine Konfrontation, sondern Kooperation." Auf diese Weise müsse die öffentliche Hand auch nicht für Erwerb und Restaurierung aufkommen. Durán verweist darauf, dass Experten des Inselrats wöchentlich auf der Baustelle vorbeischauten, um sicherzustellen, dass bei den Arbeiten die Grundsätze des Denkmalschutzes garantiert seien.
Skepsis herrscht allerdings bei der Vereinigung Amics dels Closos de Can Gaià, die sich dem Kulturerbe der Gemeinde Felanitx verschrieben hat. So kritisiert die Kunsthistorikerin Amàlia Salas mangelnde Fachkenntnis der ausführenden Baufirma und mangelnde Transparenz des Projekts."
Quelle: www.mallorcazeitung.es
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