Südlich von Valldemossa, in der Nähe
der Stadt Espoleres, liegt das alte Landgut Sa Granja.
Schon die alten Römer kannten die Quelle
von Sa Granja, die hier aus dem Fels sprudelt und den Landsitz in ein
fruchtbares Paradies verwandelt. Später im 10. Jh. nutzten die Araber
das ausgezeichnete Wasser und dessen Kräfte, um mit Mühlen
Korn zu mahlen oder Olivenöl zu pressen. Noch heute sind die arabischen
Einflüsse zu erkennen.
Ab 1239 nutzten Mönche des Zisterzienerordens das Landgut 200 Jahre
lang als Kloster. Dann kam es in den Besitz von Mateo Vida, der es wiederum
200 Jahre später an die Familie Fortuny veräußerte, die
Sa Granja so ausbaute, wie man es heute bewundern kann. Der
heutige Eigentümer Cristóbal Seguí Colom restaurierte
das Gebäude und machte es zu einem sehenswerten Museum, in dem man
viel über die Lebensart und das handwerkliche Geschick der Menschen
aus längst vergangenen Zeiten erleben kann.
Mittwochs und Freitags
kann man hier Handwerkern in mallorquinischen Trachten bei ihrer
Arbeit zuschauen, oder Volkstanzgruppen auf dem Platz vor dem Herrenhaus
bewundern, und für einen kleinen Aufpreis sich an mallorquinischen
Köstlichkeiten satt essen. Doch an diesen Tagen kommen auch
die Touristenbusse und Sa Granja wird fast zum Rummelplatz. Daher
sollte man sich überlegen, ob man die Atmosphäre des Landguts
nicht lieber an einem anderen Tag auf sich einwirken lässt.
Die schmackhaften Bunyoles (Ölgebäck) oder den mallorquinischen
Wein kann man trotzdem kostenlos probieren.
Der Besucher hat
dann auch die Möglichkeit das zweigeschossige Gebäude, den
Keller und die Gartenanlage alleine zu erkunden. Ein ausgeschilderter
Rundweg erleichtert die Orientierung. Zu sehen gibt es u.a. liebevoll
eingerichtete Zimmer, w.z.B. einen Salon im florentinischen Stil, den
so genannten Thronsaal mit Theaterbühne, einen kleinen Spielsaal
und den arabischen Turm, den die Mönche einst als Einsiedelei
nutzten.
Weiterhin gibt es eine Färberei, eine alte Ölmühle, eine
Destillieranlage, einen Weinkeller und sogar einen Folterkeller zu besichtigen.
Im Außenbereich kann man einen Blick in das romantische Badehaus
werfen und landwirtschaftliche Geräte und einige typische mallorquinische
Nutztiere bestaunen.
Insgesamt gibt es über 50 Gebäudeteile und Wirtschaftsanlagen
die man besichtigen kann. Man sollte also schon ein wenig Zeit mitbringen.
Im Vorhof kann man sich in einem Liegstuhl im Schatten der Bäume
von der Entdeckertour erholen und mit einer kostenlosen Weinprobe die
Stimmung wieder beleben.