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Karte Valldemossa

Blick auf ValldemossaIm Nordwesten Mallorcas, in 410m Höhe, liegt der malerische Ort Valldemossa. Er ist berühmt geworden durch ein Liebespaar, das den Winter 1838/39 hier verbrachte. Fréderic Chopin und seine Lebensgefährtin, die Schriftstellerin Georg Sand.

Sie hatten die Wintertage auf Mallorca unterschätzt, die gerade hier, im regenreichen Nordwesten, äußerst ungemütlich sein können. Für den Lungenkranken Chopin alles andere als ein erholsamer Urlaub. Ein ständiger Husten quälte ihn, so dass er sogar in Palma drei Ärzte aufsuchen musste. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich in den drei Monaten seines Aufenthalts auf Mallorca.

KartauseIhre Unterkunft war eine Zelle im Kartäuserkloster von Valldemossa, mit einem kleinen Vorgarten und Blick in das Tal. Für Beide war es die "romantischste Behausung der Erde". Die Kartäuserzelle war so groß wie ein Haus und das malerische Kloster selber war teilweise nur noch eine Ruine, in dem schon lange keine Mönche mehr wohnten. Georg Sand schrieb hier den Roman "Ein Winter auf Mallorca", der die Insel berühmt machte, obwohl die emanzipierte Schriftstellerin sich wenig positiv über die Mallorquiner äußerte. Fréderic Chopin komponierte in der Kartausenzelle die bekannte "Regentropfen-Prélude" und somit machte das Paar Valldemossa zur Touristenattraktion.

Tausende Besucher strömen jährlich in die Zellen 2 und 4, auf der Suche nach den Hinterlassenschaften dieses Paares, das die Insel trotz aller Widrigkeiten zu Lieben gelernt hat. Die beiden Zellen sind im Privatbesitz und die Eigentümer stritten sich lange Zeit darum, in welcher der Zellen Chopin persönlich seine Zeit auf Mallorca verbracht hat. Ein Gericht in Palma hat im Januar 2011 nach einem halben Jahr Prozessdauer dem Streit ein Ende bereitet und entschieden, dass die heutige Zelle 4 der tatsächliche Aufenthaltsort der Beiden war. Landschaftlich geometrische Analysen von Zeichnungen, die George Sands Sohn Maurice vom Garten der Zelle angefertigt hatte, haben u.a. als Beweismittel vorgelegen. Mittlerweile gibt es für die Besichtigung der Zelle 4 einen eigenen Eingang und Ticketschalter.
Sehenswert ist auch die alte Klosterapotheke, der Klostergarten und das Museo Municipal, in dem man unter anderem Werke von Joan Miró und Pablo Picasso bewundern kann.

DorfstraßeDer Ort Valldemossa selber ist in den Nebengassen, abseits des Touristenrummels, ein verträumter Ort geblieben, mit schönen Häusern, umgeben von einer reizvollen Landschaft. Dies ist auch der Grund, warum ich Valldemossa trotz des Rummels erwähnen möchte, denn nicht umsonst waren Fréderic Chopin und Georg Sand von dieser prachtvollen mediterranen Landschaft begeistert. Und diese Ausstrahlung hat sich Valldemosa bis in die heutige Zeit bewahrt.

Valldemossa ist auch Geburtsort von Catalina Thomás (1531-1574), der einzigen Heiligen der Insel. Fast an jedem Haus im Ort ist neben dem Eingang eine Kachel mit Motiven aus dem Leben der Heiligen angebracht. In der Carrer de la Rectoria befindet sich ihr Geburthaus, das zu einer kleinen Kapelle umgestaltet wurde. An jedem 28. Juli findet in Valldemossa ein großes Fest zu Ehren Catalinas statt. Ihr Leichnam ist in der Kirche Santa Maria Magdalena in Palma in einem gläsernen Sarg aufgebahrt.

 

Port de Valldemossa

Wer sich nach dem Rundgang noch erfrischen möchte, sollte noch einen Abstecher Richtung Norden nach Port de Valldemossa unternehmen. Die kurvenreiche und teilweise enge Abfahrt in die kleine Bucht sollten allerdings nur erfahrene Fahrer wagen. Der winzige Hafenort hat einen kleinen Kieselstrand, der selbst in der Hauptsaison nicht überfüllt ist. Der Einstieg ins erfrischende Nass ist aufgrund der Felsen etwas schwierig, aber das Bad im kristallklaren Wasser entschädigt für die Mühe.

 

 



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Kommentare  

+1 #1 Thomas 2017-04-05 05:28
Sehr schöner Ort.
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0 #2 Karl-Heinz 2017-05-07 05:40
Die eigentliche Attraktion ist nicht die Kartause, wo Chopin einen Winter verbracht hat, sondern der Ort selber. Die malerische Lage und die kleinen mit zahlreichen Blumentöpfen geschmückten Gassen lohnen einen kleinen Spaziergang. Hier geht es auch wesentlicher ruhiger zu als rund um das Kloster.
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Kartografie: Für die Neudigitalisierung der Karten wurden die Kartendaten von © OpenStreetMap, CC-BY-SA verwendet.

 

 
 
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