Romantisches Mallorca?
THOMAS FISCHER

Südlich von Algaida auf der Straße nach Lluchmayor zweigt auf halben
Wege eine Straße links ab zu dem Ort Randa. Von hier aus führt die Straße hinauf
zum 542 m hohen Puig de Randa, auf dem sich drei sehenswerte Klosteranlagen
befinden. Durch zahlreiche Kurven geht es durch eine malerische Landschaft
langsam bergauf.
Auf
halbem Wege erscheint rechts der Straße eine Toreinfahrt, die zum Ersten
der drei Klöster führt.
Das im 15. Jahrhundert errichtete Kloster Santuari Nostra Senyora de
Gracia klebt förmlich am Fuße der
senkrecht aufragenden Felswände.
Hoch oben nisten zahlreiche Vögel. Man hat den Eindruck, dass die Felsenwand
sich schützend um das kleine Kloster legen wollte. Ein Fußweg führt
an der Anlage vorbei zu einer kleinen Aussichtsplattform,
die einen weiten Blick in den Süden Mallorcas bietet.
Die
beiden Bilder oben stammen noch aus dem Jahr 1998. In
den letzten Jahren wurde diese Klosteranlage leider für meinen
Geschmack zu gründlich restauriert. Der Zauber der Vergangenheit
ist dabei verloren gegangen. Die Anlage wirkt wie ein moderner Neubau.
Wo früher der Klostergarten war, ist heute eine überdachte
Besucherterrasse. Zusätzlich sind die Felswände mit Metallnetzen
abgesichert worden. Aber die Vogel haben trotzdem noch ihre Nieschen
zum Nisten gefunden.

Auch
das schöne Kreuz am Eingang wurde penibel von Moos und Flechten befreit
und wirkt nun wie frisch aus Beton gegossen.
Der
Gipfel der Geschmacklosigkeit ist ein moderner Getränkeautomat,
der an der Mauer der kleinen Kirche seinen
gesegneten Platz gefunden hat.
Liebe Mallorquiner. Bewahrt die Zeugnisse eurer Geschichte.
Geht sorgsam mit ihnen um und zerstört nicht den Geist der Vergangenheit
und damit den Charme, der die Insel so liebenswert macht.
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