
Wer auf Mallorca mit dem Mietwagen unterwegs ist, kommt schnell und flexibel über die Insel – aber ein paar Verkehrsregeln ticken in Spanien anders als zu Hause, und manches wurde in den letzten Jahren geändert. Damit Sie entspannt ankommen (und teure Überraschungen vermeiden), finden Sie hier die wichtigsten Punkte kompakt: die aktuellen innerörtlichen Tempolimits, die üblichen Höchstgeschwindigkeiten außerorts, das richtige Verhalten im Kreisverkehr, Parkzonen mit farbigen Markierungen sowie alles rund um Handy, Kindersitz, Alkohol und Pannenabsicherung. Maßgeblich sind vor Ort immer Beschilderung und Markierungen – die Hinweise hier helfen Ihnen, sie richtig einzuordnen.
Tempolimits innerorts (seit 11.05.2021):
Meist 30 km/h in normalen Ortsstraßen (typisch: ein Fahrstreifen je Richtung).
50 km/h meist nur auf breiten Straßen mit mindestens zwei Fahrstreifen je Richtung.
20 km/h auf Bereichen mit Gehweg und Fahrbahn auf einer Ebene (plataforma única).
Schilder/Markierungen gehen immer vor.
Tempolimits außerorts:
90 km/h auf Landstraßen und 120 km/h auf Autovías/Autopistas (Schnellstraßen/Autobahnen).
Abweichungen sind ausgeschildert.
Gurtpflicht:
Auf Mallorca gilt Anschnallpflicht für Fahrer und alle Insassen – auch auf kurzen Strecken.
Kreisverkehr:
Im Kreisverkehr gilt im Normalfall: Wer im Kreis ist, hat Vorfahrt (außer Schilder/Markierungen regeln es anders).
Beim Einfahren zügig entscheiden, nicht zögern.
Parken auf Mallorca (Farbsystem / Zonen):
Auf Mallorca markieren farbige Linien oft die Parkregeln:
◦ Weiße Linien: bedeuten normales, unreguliertes Parken.
Auch bei weißen Linien können Verkehrsschilder Vorrang haben (z. B. Parkverbot, zeitliche Einschränkungen, Bewohnerregelungen oder Markttage).
◦ Gelbe Linien: stehen in der Regel für Halte-/Parkverbot.
◦ Blaue Linien (Zona Azul/ORA): bedeuten meist reguliertes Kurzzeitparken.
Sie dürfen nur während der angegebenen Zeiten und meist nur gegen Ticket (Automat oder – wo angeboten – App*) sowie innerhalb einer Maximaldauer parken.
◦ Grüne Linien (Zona Verde): kennzeichnen typischerweise Anwohnerbereiche.
Anwohner parken zu Sonderbedingungen, Nicht-Anwohner oft nur eingeschränkt (kürzer, teurer oder manchmal gar nicht).
◦ Blau oder grün gestrichelt (selten):
Kann auf Sonderregelungen oder Übergangsbereiche hinweisen, z. B. Mischzonen oder markierte Abschnitte innerhalb größerer Parkzonen.
Wichtig: Entscheidend sind immer Schild und Parkautomat.
Steht dort z. B. „ticket obligatorio“, „introducir matrícula“ (Kennzeichen eingeben) oder eine Maximaldauer, müssen Sie genau entsprechend handeln – teils auch ein 0-€-Zeitticket ziehen.
Handy im Auto:
Nur über Freisprecheinrichtung. Handy in die Hand nehmen ist tabu.
Kopfhörer/Earbuds als Fahrer sind verboten.
Beim Tanken: Handy und relevante Elektronik aus (für die Dauer des Tankvorgangs).
Panne/Unfall (relevant für Mietwagen):
◦ Warnmittel: Bei spanisch zugelassenen Mietwagen ist seit 01.01.2026 die V16-Warnleuchte das zentrale Warnmittel.
Warndreiecke sind nicht mehr das Pflichtmittel, dürfen aber zusätzlich weiterhin verwendet werden, ohne dass das allein sanktioniert wird.
◦ Warnweste: Sollte griffbereit im Innenraum liegen; wenn Sie außerorts aussteigen und sich am Standstreifen/Fahrbahnrand bewegen, in der Regel anziehen.
◦ Unfall: Ruhe bewahren, Polizei hinzuziehen wenn nötig, immer die Autovermietung sofort informieren und Unterlagen/Fotos sichern.
Für die Autovermietung ist ein ausgefüllter Unfallbericht bzw. – je nach Fall – ein polizeiliches Protokoll wichtig, damit der Schaden anschließend problemlos über die Versicherung abgewickelt werden kann; informieren Sie die Vermietung deshalb möglichst sofort.
Kinder:
Kinder bis 135 cm brauchen einen zugelassenen Kindersitz; rückwärts gerichtet ist bis mindestens 15 Monate Pflicht(bei Mietwagen am besten vorab passend reservieren).
Alkohol:
0,5‰ allgemein; 0,3‰ für Fahranfänger (bis 2 Jahre) und Berufskraftfahrer.
Abschleppen:
„Privat abschleppen“ ist nur sehr eingeschränkt erlaubt – im Zweifel Pannenhilfe/Autovermietung kontaktieren.
Tipps zum Parken:
Gerade in Orten und an Stränden wird viel über Markierungen, Zonen und Zeiten geregelt – vor dem Abstellen kurz Schild + Bodenlinie + Automat prüfen (und ein Foto machen).
*Welche Park-App kann man nutzen?
• Palma (ORA / Stadtzentrum):
mobiAPParc ist die wichtigste App für blaue und grüne Zonen. ElParking funktioniert zusätzlich als Alternative.
• Größere Städte und touristische Orte:
Teilweise ElParking nutzbar, häufig aber weiterhin klassische Parkautomaten ohne App-Zwang.
• Kleinere Orte und Strände:
Meist keine verlässliche App-Abdeckung, oft Parkautomaten oder freie weiße Flächen. Schilder und Automaten sind entscheidend.
• Parkhäuser:
ElParking und teilweise Bip&Drive funktionieren in vielen Anlagen mit Kennzeichenerkennung oder QR-System.
Alle Angaben ohne Gewähr!
