Ein Fahrzeug auf Mallorca zu mieten, ist einfach und relativ risikolos, wenn man einige grundlegende Regeln beachtet und sich im Voraus informiert. Die Insel bietet eine hervorragende Infrastruktur für Autovermietungen, und mit der richtigen Vorbereitung steht einem entspannten Roadtrip nichts im Weg. Hier ein paar nützliche Tipps, die dir helfen, Stress zu vermeiden und das Beste aus deinem Mietwagen-Erlebnis herauszuholen:
Wo mieten und wann buchen?
Beim Mietwagen sollte man nicht zu sehr sparen. In den Touristenzentren vor Ort gibt es viele kleinere Autovermieter, die mit günstigen Preisen werben. Dies sind oft alteingesessene Familienunternehmen, die durchaus seriöse Angebote machen. Dabei sollte man beachten, dass sie nicht in jedem Jahr ihren Fuhrpark austauschen und daher die Fahrzeuge manchmal in einem nicht ganz so guten Zustand sind. Auch sollte man die Versicherungsbedingungen vorher genau studieren. Achten Sie darauf, dass die Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung und die Haftpflichtversicherung mit unbegrenzter Deckungssumme bei Personen- und Sachschäden ist.
Im Internet werden mittlerweile Mietwagen fast nur noch über Vermittler angeboten, den sogenannten Mietwagen-Brokern. Diese haben oft gute Konditionen bei den Mietwagenanbietern ausgehandelt und können die Fahrzeuge zu sehr guten Preisen anbieten. Meist beinhalten die Angebote zusätzliche Absicherungen (All-Inclusive Pakete) und eine kostenlose Stornierung bis kurz vor Antritt der Reise ist fast immer ebenfalls möglich.
Hoffentlich gut versichert
Bucht man über einen Mietwagen-Broker, kann man preiswert zusätzliche, sinnvolle Versicherungspakete abschließen, w.z.B. eine Vollkaskoversicherung (CDW - Collision Damage Waiver), eine erweiterte Haftpflichversicherung mit erhöhter Deckungssumme (mind. 1 Mio €), eine Diebstahlversicherung (gilt nicht für private Gegenstände im Fahrzeug) und eine Glas- und Reifenversicherung, denn Schäden an Glas, Reifen, Dach und Unterboden werden von der Vollkasko nicht automatisch abgedeckt. Es ist empfehlenswert die Versicherungen ohne eine Selbstbeteiligung abzuschließen. Im Schadensfall sind Sie über die Versicherungen des Brokers angesichert, Kosten wie Selbstbeteiligung werden dann Rückerstattet.
Leider kommt es in letzter Zeit bei der Abholung des Mietwagens vor Ort immer häufiger vor, dass Ihnen die Mitarbeiter der Autovermietung weitere Zusatzversicherungen verkaufen möchten. Bleiben Sie hier standhaft und zeigen Sie den Voucher des Mietwagen-Brokers, in dem die gebuchten Versicherungsleistungen aufgelistet sind. Der Preiskampf unter den Mietwagenanbietern ist groß und sie wollen mit knapp kalkulierten Angeboten in der Trefferliste bei den Preisvergleichsportalen ganz oben zu stehen. Daher versucht man vor Ort den Gewinn durch Zusatzversicherungen zu erhöhen, die man den Kunden "aufschwatzt". Bleiben Sie gelassen und lassen Sie sich nicht zu einen Abschluss drängen.
Wer noch sorgloser beim Fahren mit dem Mietwagen sein will, der kann bei seinem Kfz-Versicherer eine Zusatzversicherung für Mietwagen, die sogenannte "Mallorca-Police" ("Travel-Police"), für die Dauer zwischen einem und zwölf Monaten erwerben. Werden in einem Schadensfall höhere Ansprüche gestellt, als die Mindestversicherungssumme abdeckt, dann wird dieser erhöhte Schadensbetrag durch die "Mallorca-Police" ausgeglichen. Teilweise ist die Police auch schon im heimischen Kfz-Versicherungsvertrag eingeschlossen. Ein Blick in die Versicherungsbedingungen seines eigenen Fahrzeugs kann sich also lohnen.
In der Regel kann man heute eine Fahrzeug nur noch mit Kreditkarte anmieten. Diese wird bei Vertragsabschluss vor Ort mit einer Kaution belastet, die bei Rückgabe des Fahrzeugs rückerstattet wird, vorausgesetzt es gibt keine Beanstandungen. Manche Kreditkarten haben sogar eine Rechtsschutz/Haftpflicht-Versicherung für Mietwagen eingeschlossen, wenn man mit ihnen bezahlt. Informieren Sie sich vorab bei Ihrer Bank über Ihre Kreditkartenkonditionen.
Auch wenn es lästig ist und es eigentlich kaum jemand macht, lesen Sie vorab das Kleingedruckte, die AGBs und Vertragsbedingungen der Autovermieter, Veranstalter und Broker, zumal Sie bei Vertragsabschluss ja auch bestätigen, diese gelesen zu haben. Denn bei den Angaben auf deren Internetseiten wird nicht jedes Detail des Vertragsabschlusses erwähnt. Wenn es Unklarheiten gibt , klären Sie diese vorher und nicht erst im Schadensfall. Im Zweifelsfall berufen sich die Anbieter immer auf Ihre Bedingungen und Sie haben das Nachsehen.
Bei den Suchergebnisse von reinen Preisvergleichsportalen (billiger und check und Co.) werden nicht nur direkt Autovermieter aufgelistet, sondern ebenfalls die Angebote von Brokern. Beachten Sie, dass dann bei der Buchung über das Preisvergleichsportal auch die AGBs des Brokers für Sie rechtsgültig sind.
Aufmerksam bei der Mietwagen Übergabe
Bei der Übergabe sollte man das Fahrzeug auf Schäden untersuchen und diese gegebenenfalls dokumentieren lassen, um spätere Missverständnisse zu vermeiden. Bei seriösen Anbietern gibt es im Vertrag eine Fahrzeugskizze, auf der die beschädigten Fahrzeugteile markiert sind. Wenn Sie weitere Schäden am Fahrzeug entdecken, lassen Sie diese auf jeden Fall vorab auf der Skizze ergänzen und machen Sie Fotos selber zusätzlich Fotos vom Fahrzeug. Dies ist übrigens auch bei der Rückgabe des Fahrzeugs sinnvoll, vor allem, wenn kein Mitarbeiter vor Ort den Wagen in Empfang nimmt und den Zustand des Wagens bestätigt. Wichtig ist auch, den Zustand der Reifen zu überprüfen, denn Reifenschäden werden nur über Zusatzversicherungen abgedeckt, die nicht immer Bestandteil des Vertrages sind. Achten Sie auch darauf, dass sich im Fahrzeug Warnwesten befinden, die beim Verlassen des Wagens außerhalb von Ortschaften angelegt werden müssen.
Die Tank-Regelung beachten
Ein Streitpunkt ist häufig die Tankabrechnung. Die Autovermieter haben hier unterschiedliche Regelungen. Daher sollte man sich unbedingt vor Abschluss des Mietwagen-Vertrages hierüber informieren.
Die „Voll-Voll“-Regelung sieht vor, dass der Mietwagen mit vollem Tank übergeben und auch vollgetankt zurückgegeben wird, was für den Mieter oft die kostengünstigste Option darstellt, da nur der tatsächlich verbrauchte Kraftstoff bezahlt wird. Teilweise muss man dann bei der Übergabe eine Kaution für die Tankfüllung hinterlegen, die man wiederbekommt, wenn man den Wagen vollgetankt zurückgibt.
Alternativ bietet die „Voll-Leer“-Regelung die Möglichkeit, den Wagen mit vollem Tank zu übernehmen und leer zurückzugeben, was zwar bequem ist, jedoch häufig mit höheren Kraftstoffkosten verbunden ist, da der Anbieter den Tank zu überteuerten Preisen berechnet.
Einige Vermieter ermöglichen auch die Rückgabe mit demselben Tankstand wie bei der Übernahme, was Flexibilität bietet, aber weniger verbreitet ist und wobei es schwierig sein kann, den genauen Tankstand zu treffen.
Zudem gibt es Prepaid-Tankoptionen, bei denen pauschal für einen vollen Tank gezahlt wird und der Wagen mit beliebigem Füllstand zurückgegeben werden kann – praktisch, aber oft teurer als der lokale Kraftstoffpreis.
Um unerwartete Gebühren zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Mietbedingungen sorgfältig zu prüfen und die Tankregelung bereits bei der Buchung genau zu klären.
Kraftstoffe in Spanien:
Im Allgemeinen sind an spanischen Tankstellen folgende Kraftstoffe erhältlich:
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Gasolina 95 – entspricht Super (95 Oktan)
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Gasolina 98 – entspricht Super Plus (98 Oktan)
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Diésel oder Gasóleo A – normaler Diesel für PKW
Wer genauer wissen möchte, wie das Tanken auf Mallorca abläuft, findet hier weitere Informationen dazu: Tanken auf Mallorca
Gute Fahrt
Fahren Sie mit dem Mietwagen genauso umsichtig, wie mit Ihrem eigenen Fahrzeug. Bei schweren Fahrfehlern, w.z.B. das Überfahren einer roten Ampel, oder Fahren unter Alkoholeinfluss, zahlt man im Schadensfall auf jeden Fall die Selbstbeteiligung selber. Im schlimmsten Fall bleibt man auf den kompletten Schadenskosten sitzen. Fahren Sie also vorsichtig.
Hier bekommen Sie informationen zu den Verkehrbestimmungen.
Weitere Infos zum Versicherungsschutz von Mietwagen und zum Vorgehen bei Bußgeldern gibt es auf der Homepage www.bussgeld-info.de
