Wer schon einmal eine Inseltour gemacht hat, dem sind bestimmt die zahlreichen
Wachtürme in Küstennähe aufgefallen. Diese werden Talaies
genannt und dienten einst als Warnsystem, um sich rechtzeitig vor Angreifern
schützen zu können. 85 dieser Türme soll es einst auf der
Mallorca gegeben haben, die alle jeweils in Sichtweite lagen. Jeder wurde
mit Wachleuten besetzt, die die Aufgabe hatten, die Küste zu beobachten.
Wurden potenzielle Angreifer gesichtet, entzündete man eine vorbereitete
Feuerstelle. Die aufsteigenden Rauchschwaden wurden vom nächsten
Turm aus schnell gesichtet, wo die Wachleute dann ebenfalls ein Feuer
entzündeten. Schnell verbreitete sich die Meldung der drohenden
Gefahr wie ein „Lauffeuer“ über die gesamte Insel. Nun
konnte man sich rechtzeitig auf den bevorstehenden Angriff vorbereiten,
die Bevölkerung in Sicherheit bringen und die Truppen aufmarschieren
lassen. Dank diesem Warnsystems konnten die Inselbewohner so manchen
Angriff erfolgreich abwehren.
Einen der wenigen gut erhaltenen Talaies kann man in spektakulärer
Lage auf der Strecke zwischen Estellencs und Banyalbufar besichtigen
und auch besteigen. Dieser Aussichtpunkt, Mirador de Ses Animes genannt,
bietet ein einmaliges Panorama entlang der Nordküste. Über
eine Eisenleiter steigt man innen den Turm hinauf und blickt steil
hinab auf das wunderbar blaugrüne Meer und die Terrassen von Banyalbufar.
Bei
den Bergdörfern Estellencs und Banyalbufar lohnt sich ebenfalls
ein kurzer Stopp, um durch die schmalen Gassen zu spazieren. Beides
sind beliebte Ziele bei Individual-Touristen. Die Felsbucht Cala Estellencs
lädt zum baden ein. Besucher von Banyalbufar können etwas
weiter östlich in Port d’es Canonge schwimmen gehen. Die
lange Fahrt hinab zur Küste ist aber nur geübten Fahrern
zu empfehlen.