| Mit
dem Navi unterwegs nach Palma - ein Selbstversuch
Wir
machen uns von Paguera aus auf den Weg nach Palma de Mallorca.
Unseren Pocket
PC haben wir
mit mit einem beliebten Navigationsprogramm zum Navigator unseres
Mietwagens gemacht. Zielpunkt ist die Tiefgarage am Parc de la
Mar, direkt unterhalb der Kathedrale La Seu. Ein idealer Ausgangspunkt
für eine Besichtigungstour durch die Altstadt.
Die angenehme weibliche
Stimme des Navigationssystems leitet uns auf die Landstraße C719. Dank dem Ergeiz der Mallorquiner
aus jeder Landstraße eine Rennstrecke zu bauen, sieht es
auf der Anzeige des Pocket PCs teilweise so aus, als würden
wir eine Abkürzung über den Acker nehmen. Die grobe
Richtung stimmt allerdings. Wir sind auf dem richtigen Kurs.
Die erste Bewährungsprobe für das
Navigationssystem ist das Autobahndreieck bei Cala Major. Da
wir direkt über
die Küstenstraße in die Altstadt fahren wollen, müssen
wir aufpassen, dass wir nicht auf die Ringautobahn (Via Centura)
geraten. Die angeheiratete Navigatorin aus Fleisch und Blut neben
mir schlägt vor die digitale Konkurrentin zu ignorieren
und den Schildern Richtung Flughafen zu folgen. Ich befolge den
Rat der erfahrenen Kartenleserin und ignoriere die Anzeige des
PDA. Ein fataler Fehler, denn den folgenden Tunnel gibt es nur
auf der Via Centura - falsche Richtung.
Ich verkneife mir
einen Kommentar und höre wieder auf die
Stimme der Konkurrentin aus dem Pocket PC. Diese rettet uns vor
einem größeren Umweg, indem sie uns nach der nächsten
Abfahrt sicher durch das Zentrum von Palma de Mallorca zur unserem
Zielpunkt führt,
der schon erwähnten Tiefgarage am Parc de la Mar.
Nach einer gelungenen
Stadtbesichtigung, die wir mit einem 'analogen’ Stadtplan
gemeistert haben, entschließen wir uns noch zu einer Besichtigung
der Burganlage Bellver, die am Stadtrand Palmas auf einem Hügel
liegt. Laut Reiseführer gehört ein Besuch des Castells
zum Pflichtprogramm einer Stadtbesichtigung. Also wieder rein
in den Mietwagen und dem Pocket PC das neue Ziel beigebracht.
Es geht die Küstenstraße entlang
Richtung Westen. Kurze Zeit später werden wir vom Navi aufgefordert
rechts abzubiegen, wobei ein Hinweisschild zum Bellver die Richtigkeit
dieser Ansage bestätigt. An der nächsten Ampelanlage
folgt das erste unerwartete Hindernis. Eine Baustelle unterbricht
die Route des Navigationssystems. Kein Problem. Wir biegen einfach
rechts ab und lassen von der 'Navi-Software' eine neue Strecke
berechnen. Die talentierte weibliche Kartenleserin neben mir
ist skeptisch.
Nicht unberechtigt,
wie sich schon nach kurzer Zeit herausstellt. Denn nun sollen
wir rechts in
eine mehr als enge Gasse einbiegen,
die uns wie der Eingang in einen Irrgarten vorkommt. Ich verweigere
der Stimme des Navigationssystems den Gehorsam und fahre weiter
auf der schönen breiten Straße, auf der wir uns gerade
befinden. Soll sich das Navigationsprogramm mal etwas anstrengen
und eine bessere Strecke berechnen. Doch die nervige Frauenstimme
die aus dem PDA plärrt lässt
nicht locker und führt uns immer wieder zurück Richtung
Irrgarten. Ok, ich gebe auf und gehorche. Also rein in die enge
Gasse.
Wir geraten in ein
System von Einbahnstraßen und wechseln
immer wieder die Himmelsrichtung. Wir verlieren schnell die Orientierung.
Am rechten Straßenrand parken immer wieder Autos, wodurch
wir gezwungen sind den winzigen Bürgersteig an der linken
Seite als Teil der Straße zu nutzen. Gut, dass hier nur Kleinwagen
parken und unser Mietwagen ebenfalls zu dieser Gattung gehört.
Einigermaßen sicher und schweißgebadet quälen
wir uns durch das Labyrinth. Auf dem Beifahrersitz herrscht eisiges
Schweigen (… oder einfach nur Panik?!). An der nächsten
Kreuzung befiehlt uns die aufdringliche Stimme des Navi rechts
abzubiegen. Nach einem Blick in die empfohlene Richtung verweigere
ich den Gehorsam, denn wir stehen vor einer Treppe.
Da mittlerweile ein
Gewitter aufgezogen ist, das uns sowieso die 'schöne
Aussicht’ (Bellver) vermasselt hätte,
entscheiden wir uns für den Rückzug. Also gebe ich
Paguera als neues Ziel ein und das Navigationssystem führt
uns tatsächlich sicher hinaus aus dem Irrgarten zurück
auf die Autobahn. Im Regen fahren wir Richtung Paguera.
Doch ich gebe nicht auf. Beim nächsten Angriff auf Bellver
verlasse ich mich dann allerdings wieder auf eine gute alte Straßenkarte
und auf die Navigationskünste meiner Beifahrerin.
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